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Zwei auf einen Streich!

Rollenspiele sind ja seit über zwanzig Jahren mein Hobby. Und die meisten Spielrunden in dieser Zeit habe ich mit Leuten verbracht, die das auch schon mehr oder weniger länger machten. Im Nachhinein betrachtet ist es schon erstaunlich, ich glaube, ich habe in all der Zeit weniger als eine Handvoll Leute neu mit dem Hobby in Kontakt gebracht.

Umso mehr freute es mich, dass mich in kurzer Zeit tatsächlich gleich zwei Kollegen ansprachen, ob sie nicht mal mitspielen dürften. Ich trommelte also ein paar Spieler zusammen, und gestern gab es dann eine Einführungsrunde Monster of the Week. (Von meiner neuen Liebe zu den „powered by the Apocalypse“ Spielen erzähle ich ein andernmal.)

Was soll ich sagen, wie Enten im Wasser! Die Playbooks von MotW halfen natürlich immens, nehmen sie doch die Spieler an die Hand und bieten ihnen überschaubare und klare Alternativen. Dass neben den beiden Neulingen auch drei alte Rollenspielhasen als Spieler teilnahmen tat sein Übriges: H. stellte seinen ex Mall Cop Verschwörungstheoretiker vor, K den jungen Werwolf-Fratboy und S ihre Kleinmädchen-Profimonsterjägerin. Daran konnten R und F dann wunderbar anknüpfen, und boten einen mundänen Lokalredakteur sowie einen Meistereinbrecher mit verkaufter Seele.

Die Figuren vernetzten sich dann fast von selbst, es wurden Verwandschafts– und Beziehungsbande geknüpft, gemeinsame Abenteuer festgelegt, und nach einer Pizzapause ging es dann ins Abenteuer. Der Schauplatz wurde untersucht, Zeugen befragt, das gruselige Mädchen verfolgt und gegen Mitternacht brach ich dann den Abend mit einem zünftigen Cliffhanger ab.

Während der Vorbereitungen hatte ich ja kurz befürchtet, dass die norddeutschen Edelrollenspieler den Neulingen Spotlightzeit stehlen würden, aber diese Angst war vollkommen unbegründet. Im Gegenteil, keiner von den alten Hasen machte auch nur den Versuch, meiner Anwendung von „seperate the Hunters“ etwas zu entgegnen. „Das machen die schon.“ war die einhellige Meinung.

Zwischenzeitlich gab es natürlich einige Waldorf&Statler Momente, als sich die Edelrollenspielerriege über den Meistereinbrecher beömmelte, da dieser bei dem „Verhör“ des gruseligen kleinen Feenmädchens in so ziemlich sämtliche Rhetorikfallen tappte. Aber dabei fühlte sich niemand bevormundet oder gar blöd angemacht. Im Gegenteil, alle nutzten die Situation, um die Story voranzubringen und eben nicht einfach nur „ja ich auch“ zu spielen.

Mir hat das alles sehr viel Spaß gemacht, und ich bin sehr gespannt, ob ich von den Spielern noch ein Diary bekomme…

Islam, Karikaturen, Terror — punching up or down?

Vor einigen Jahren habe ich einmal einen spannenden Beitrag zum Thema „Comedy und schwierige Themen“ gelesen: Punching up. Lest das ruhig mal. Die Quintessenz ist diese:

Du darfst Dich mittels Comedy, Satire etc. über jemanden lustig machen, wenn dieser Jemand mächtiger ist als Du! Dann ist es Nobel und lobenswert. Ist das Ziel schwächer, dann wäre das ziemlich schlechter Stil und gemein.

In der letzten Zeit nannte sich plötzlich jeder Charlie, Karikaturen wurden wieder-und-wieder veröffentlicht, und danach dann die offensichtlich präsente und steigende Terrorgefahr angeprangert. Keine Frage: Menschen wegen Bildern oder schlechten Witzen physisch anzugreifen oder auch nur zu bedrohen ist inakzeptabel. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, daß ich erhalten wissen will. Und auch ansonsten finde ich das Konzept spannend - mir sind zwar viele Mittel und Aktionen der linken Szene oder der Antifa zuwider, aber sie richten sich wenigstens nicht gegen Schwächere. Wohingegen ja die Rechtsradikalen gezielt auf eben diese Schwächeren Mitglieder unserer Gesellschaft treten.

Da zeigt sich schon allein an der Auswahl der Ziele, wer hier moralisch besser dasteht.

Aber zurück zum Thema: Wenn, im westlich-christlichen Abendland Mohammend-Karikaturen und Islam-Witze verbreitet werden — ist das dann Punching Up oder Punching Down? Natürlich muss man das tun dürfen, Meinungsfreiheit etc., aber muss man das auch gut finden?

Wer ist hier wirklich der Stärkere, gegen den mittels Humor angestunken werden muss? „Der Islam“ (was schon ein reichlich diffuses Gebilde ist), „die Terroristen“ (wieder: Ziemlich diffus als Gruppierung), „radikale Islamisten“ (schon etwas konkreter, aber immer noch sehr unscharf) oder gar „die Cartoonisten“ (die ja meist weiß, gebildet und sozial abgesichert&integriert sind. Insofern alles andere als Randgruppe).

Klar ist: Wer tatsächlich Menschen terrorisiert, verletzt oder gar tötet ist damit auf jeden Fall im Unrecht, egal warum. Aber handeln diese Leute aus einer Position der Stärke oder der Schwäche? Ich weiß es gerade nicht, finde es aber überdenkenswert, um die eigenen Reaktionen darauf zu kalibrieren.

Berlin!?

Ick bün ja ‚n Hamborger Jung. So richtig, mit Deng. Und jahrelang habe ich immer gepredigt: Nee, ich zieh hier nicht weg. Wohin denn schon. Ist doch so schön hier.

Tscha, und so zwischen Weihnachten und Sylvester saß ich dann mit Harald in Kris zusammen, den dritten Cocktail oder so intus, und das ist dann ja der Zeitpunkt, wo Männer auch mal anfangen dürfen, etwas weinerlich zu werden. „nee, also, so mit dem Job gerade, also, so richtig Spaß macht das ja nicht. Und dann schaut das bei der Firma ja auch gerade nicht so rosig aus.. ach, ich weiß nicht.“

Freunde sagen dann einem aufmunternde Dinge. „Das wird schon.“ oder „lass Dich nicht unterkriegen!“

Gute Freunde sagen einem dann: „Du, ich kenn Dich ja. So einen wie Dich, den könnten wir doch auch bei uns im Laden brauchen!“

Sehr gute Freunde besichtigen nach dem erfolgreichen Vorstellungsgespräch mehrere Wohnungen in Deinem Namen, damit man nicht ständig für 20-Minuten-Termine nach Berlin fahren muss.

So kommt es also, daß ich nach über 41 Jahren in Hamburg, und 7 Jahren Consulting-Geschäft bei der SMP Management AG nach Berlin ziehe. Wo ich dann PreSales bei SysEleven mache — einen Job auf den ich mich mittlerweile ziemlich freue, weil ich dann endlich der Mensch-Geek-Übersetzer sein kann, der ich schon immer sein wollte!

The Perils of JollyOrc in the Lands of the „feeling Lucky“

My music player is usually set to shuffle over all songs in my library. Now, my music library is… diverse. You’ll find nearly everything in there. Well, it’s very light on Techno and similar things, but you get the drift.

And sometimes, that shuffle mechanism produces pure gold by chaining just the right things together:

<!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');</script><![endif]--> http://www.orkpiraten.de/blog/wp-content/uploads/Playlistkram.mp3

Third-Party Certificate for Subsonic on Linux

This is more a reminder-post for myself, than anything else, because every year my StartSSL-Certificate expires, I need to redo this and have to look it up anew. It is based on the basically excellent writeup at fatframe.com, which has a few tiny errors and does not include the info on how to use a non-standard password. (This info I got here at konkretor. Thanks!)

  1. Get a free certificate here.
  2. Once you receive your certificate you will need to combine the private key, server cert, and intermediate certs into one file. Simply open all three in a text editor and copy/paste everything into a new text file without any blank lines. I added mine in the following order:
    Private Key (myserver.key)
    Server Certificate (myserver.ssl)
    Intermediate Certificate (sub.class1.server.ca.pem)
  3. Save this text file as subsonic.crt. Do not mess this up as I did on the first try by using cat in the wrong way, as every new part should start at a new line.
  4. Next, convert the cert from PEM to PKCS12 format using the following command. Choose any password you like. In fact, do not choose the default password of „subsonic“. Memorize that password:
    openssl pkcs12 –in subsonic.crt –export –out subsonic.pkcs12
  5. Use Keytool to import this new keystore:
    keytool –importkeystore –srckeystore subsonic.pkcs12 –destkeystore subsonic.keystore –srcstoretype PKCS12 –srcalias 1 –destalias subsonic
  6. use zip to import the new keystore into the subsonic jar:
    sudo zip /usr/share/subsonic/subsonic-booter-jar-with-dependencies.jar subsonic.keystore
  7. Now tell subsonic the new non-generic password:
    1. open the subsonic starter:
      sudo nano /usr/bin/subsonic
    2. insert a line with the new password and save, at line 113ish (press alt+c to see line numbers)
      –Dsubsonic.ssl.password=123456 \
  8. Restart subsonic, and enjoy your custom SSL certifcate:
    sudo service subsonic restart

That’s all Folks!

My take on the shirtstorm…

Last week, science did awesome things. Or rather: Earned the fruits of having done awesome things 10 years ago. We landed a spaceship on a comet and had it talk back to us. That is really, really awesome.

And during this event, the lead scientist did a sartorial booboo: He chose to wear a very boldly patterned shirt that was gifted to him by a good friend. And a shirtstorm occurred, as the „bold pattern“ actually consisted of provocatively half-naked women. Which is really a not very (socially) smart and sexist move.

Now, I highly doubt that Dr. Taylor is a sexist. He seems like a hoopy frood who knows where his towel is, with awesome tattoos and a great beard and hairdo. And the shirt in question was a gift, hand-made by a female friend. And he obviously has at least one foot in the rockabilly/burlesque scene, which is actually full of people who do know what feminism means and who fully support this.

All that makes him very probably (I don’t know him) a good person and not a misogynist asshole that objectifies women. But it still doesn’t make him socially smart in every way. Which is totally ok, not everyone is, nor needs to be. I’m not that socially smart either.

Still, in the context of presenting a major science success to a very diverse and international audience, wearing this shirt was a bad idea. Most of those who see it don’t get the rockabilly/burlesque background, they don’t know that it was a hand-made gift, they don’t know Dr. Tayler or how he usually behaves. They just see some bloke in a shirt full of nekkid ladies. And then jump to conclusions. So there’ll be folks who immediately think that „I wouldn’t wear this around ladies, so can’t be any women in this project!“ or other dumb stuff.

And that is why it is still somehow important how we dress. I have tattoos. I love to wear „odd“ shirts. I play computer games and enjoy pen&paper roleplaying games. And heck, yes, I like New Burlesque and thus occasionally have saucy background pictures on my home computer desktop. I’m not ashamed of either of these things, and if asked, will tell you about them, often enthusiastically.

But I also know what sort of message appearances send, so I do dress for the occasion, be it a meeting with a client, going out for drinks with friends, having dinner with family or presenting awesome computer facts to a diverse audience. And I do know when to not draw attention to this or that facet of my interests, because I understand that they might detract from the message  I actually want to send.

And that is the actual tragedy of the #Shirtstorm, that the very exciting science suffered negative attention.

GateKeeper — first impressions

keychain-dongleEarly this year, I backed the GateKeeper — a small dongle that locks and unlocks my PC based on proximity. The general idea is that you clip a small bluetooth sender to your belt, and a dongle on your PC checks the signal strength to determine how close you are to it.

By now, the small black box has arrived, and I’ve done a bit of testing with it. The good news: It works.

The bad? It’s a bit fiddly. The USB dongle is, at least in my opinion, at the same time way too big and way too fragile looking. The dongle that you’re supposed to take with you is also not as tiny as hoped, although small enough. But my main gripe is with the usability.

Of course, the signal strength of a small bluetooth emitter will vary. If there are keys in the path between sender and receiver (likely, if you add it to your keychain), if you move, if other signals interfere — then you may suddenly find your computer locking up in the middle of your work. You can adjust the sensitivity, but then you may find that you can walk a bit too far for your liking before your computer gets locked.

usb-dongleAlso, the Android app appears to be still in quite a beta state, I didn’t find it very usable.

But this is just my first day of testing, and apart from that, things work quite nicely: My system locks when I leave it, and it unlocks when I come back, although sometimes with a slight delay. At the moment, I think it’s more of a convenience thing than a real security tool. If, for example, the USB dongle gets removed, or the software tool gets stopped, your computer won’t lock or unlock automatically anymore. And it does take a small leap of faith to just walk away from ones workstation, assuming/hoping that it’ll lock.

At roughly 50$, it sits exactly at that awkward price point where it is slightly too expensive for simple gimmickry while it is not that a security boon to those who are willing to spend that money (meaning: Big Companies).

Partnersuche

Ihr erinnert Euch an den Dezember? Der arme Mann ist so einsam, der ist in 10 Monaten zwei Jahre gealtert! Sein Versuch im April scheiterte ja leider auch. Deshalb versucht er es jetzt wohl nicht mehr im langweiligen Edeka in Barmbek sondern im hippen Rewe des Einkaufszentrums. Nun erbarme sich doch jemand mal…

Versuch Drei

Blog-Schnitzeljagd!

Als Karsten mir vor einiger Zeit vom Deutschen Rollenspielpreis erzählte, sagte ich ihm sofort „Karsten, da muss ich mitmachen. in der Jury, die Laudatio, IRGENDWAS!“ Für die Jury war ich dann nicht kompetent genug, für die Laudatio zu unbekannt.

Aber die Jury hat ja Preise für das Publikum zum Gewinnen gestiftet:

1. Preis: Eine Originalzeichnung von Mia Steingräber
2. Preis: Ein Buchpaket von Feder & Schwert

Das ist nicht nur meiner Meinung nach schon ziemlich schick, sondern das ist auch mein Moment zu glänzen! Die Orkpiraten helfen nämlich bei dem großen Fan-Gewinnspiel aus!

Und was müsst Ihr tun, um was zu bekommen? Schaut bei der Rollenspielpreis-Homepage vorbei, merkt Euch Regeln und  die Einsende-Emailadresse, und besucht die anderen Blogs der Schnitzeljagd. Sammelt die Lösungsbuchstaben, sortiert sie korrekt zur Lösung und ab damit!

Und wenn Ihr da schon wart, wollt Ihr bestimmt von mir auch einen Lösungsbuchstaben. Hah! Also hier meine Frage, viel Spaß beim tüfteln:

In der Jury des Preises ist ein Musiker. Mit welchem Buchstaben beginnt sein Nachname?

Und wo findet Ihr die anderen Blogs? Na hier:

ah, Callcenter-Spam

Die letzten paar Tage hat mein Telefon mich darauf aufmerksam gemacht, dass irgend so ein Callcenter versucht mich zu erreichen. Leider war ich da nie zuhause.

Heute haben sie es dann geschafft:

„Guten Tag, wir sind vom Telekom-Vertrieb beauftragt. Sie haben ja eine VDSL50-Leitung, und-“

„Ja, worum geht es denn?“

„Ja, wie schauen sie denn eigentlich fern? Satellit, Kabel-“

„Gar nicht.“

„Wie, gar nicht?“

„Gar nicht. Interessiert mich nicht.“

einige Sekunden perplexe Stille

„Aber, was ist denn so mit Tagesschau, wie informieren Sie sich denn?“

„Ich habe eine VDSL50-Leitung?“

Ich glaube, ich muss diese „ruft mich nicht an!“-Einstellungen nochmal überprüfen…

Späte Rache…

In der Schule einen Kuschel-Informatikkurs mit 3 Nerds plus (ebenfalls leicht nerdigen) Lehrerin haben: Ziemlich spaßig.

Die Zugangsbeschränkungen der Schulrechner (Metallbügel plus Vorhängeschloss vor dem Power-Button) per Lineal überwinden: Sich wie ein Hacker fühlen

22 Jahre später eben dieser Informatiklehrerin aus Sicherheitsgründen die Zugangsdaten für $Webanwendung nicht auszuhändigen: Unbezahlbar.

virtualisiertes 3D

Vor einem Monat postete ich Hardware-Porn in meinem Google Plus Stream:

nvidia GRID

Diese nvidia GRID Grafikkarte besitzt keinen Grafikausgang. Nix da mit HDMI, VGA, DVI oder sonstwas. Denn sie dient einzig und allein der Bereitstellung von 3D-Grafik innerhalb einer virtuellen Maschine.

Gebraucht wird das innerhalb eines Maschinenbaubetriebes, der zumindest Teile seiner CAD-Konstruktionsarbeitsplätze virtualisieren will. Dieses beeindruckend große Stück Hardware liefert eine grob äquivalente Grafikleistung wie zwei herkömmlicher Quaddro-Grafikkarten (von denen eine zum Vergleich auf dem Bild zu sehen ist).

Zusätzlich findet sich eine Unterstützung für eine Echtzeitkomprimierung des so erzeugten Videostreams, sowie Treiber, welche die GPU komplett virtualisieren. Im Endeffekt kann also eine Karte von zwei bis 32 Anwendern verwendet werden — je nach konkreter Leistungsanforderung.

Leider ist die Karte auch dementsprechend beeindruckend teuer: Insgesamt verdoppelt die Virtualisierung den Gesamtpreis pro Arbeitsplatz, verglichen mit einer herkömmlichen 3D-Workstation mit maximaler Grafikleistung. Müsste man nicht die maximale Leistung abrufen, sähe das wohl besser aus.

Inzwischen sind nun zwei dieser Karten dennoch im Live-Betrieb und erlauben vier Konstrukteuren ein flüssiges Arbeiten über eine handelsübliche ADSL-WAN-Strecke. Bisher mussten Freiberufler, die bei einzelnen Projekten des Kunden mitarbeiten, stets aufwändig mit einer gesondert gesicherten Workstation ausgestattet werden, inkl. VPN-Tunnel über den die ziemlich großen CAD-Dateien mühsam heruntergeladen wurden.

Stattdessen brauchen sie nun nur noch einen Client auf ihrem eigenen Computer installieren und können sofort loslegen. Und zwar ohne, daß die wertvollen Konstruktionsdaten das sichere Netzwerk der Firma verlassen müssten.

Dieser Gewinn an Sicherheit und Flexibilität ist dem Kunden genug wert, um den Mehrpreis zu gerechtfertigen.

Staatsaffäre

Das, war wir da gerade um Edathy, Friedrich, Oppermann, die Staatsanwaltschaft, Gabriel etcpp. bestaunen zeigt eindrucksvoll, auf was für einem Posten unsere Politik inzwischen so steht.

Heute morgen ist mir ja nur deswegen der Kaffee nicht aus dem Gesicht gefallen, weil es den nur unten in der Hotellobby gab, und nicht im Zimmer, wo ich das Frühstücksfernsehen sah. Und da sah ich dann den Friedrich im Interview, wo er tapfer und ernsthaft behauptete, dass er die Information über den Edathy nur deswegen an die SPD durchgestochen hätte, weil er ja „Schaden vom deutschen Volke abwenden“ wollte. Nein ehrlich, das hat er so gesagt!

Da habe ich mich dann erst mal eine Stunde lang drüber aufgeregt, und dann bin ich ins Grübeln gekommen: Was, wenn der Mann aus seiner Sicht wirklich recht hat?

Versetzen wir uns mal in die Rolle eines Ministers, der eben auch tapferer Parteisoldat ist. Und nun erfahren wir, dass es da einen Kollegen von dem frischgebackenem neuen Koalitionspartner gibt, der, naja, man weiß ja nichts genaues, ist womöglich auch gar nicht strafrechtlich relevant, aber das ist schon unappetitlich, was mit Kindern und so.

Wenn der Koalitionspartner den jetzt in irgendein Amt hievt, und dann kommt das raus, also, da mag man ja gar nicht drüber nachdenken! Und jetzt steht man vor der Wahl: Verletzt man das Amtsgeheimnis, um dafür zu sorgen, dass der Mann gar nicht erst in Betracht gezogen wird, oder läuft man sehenden Auges in die Katastrophe, dass es in einigen Monaten heißt „wieso haben Sie das zugelassen, dass SO einer, also wirklich!“?

So oder so ähnlich beginnen glaube ich alle Tragödien, da steht einer plötzlich vor einer Entscheidung, in der man nicht mehr gewinnen kann. Und alle von hier ab involvierten standen vor einer ähnlichen Entscheidung: Streng nach Recht und Gesetz handeln, oder die drohende PR-Katastrophe irgendwie eindämmen.

Und angesichts des heutigen Medienzirkus, inkl. der allgemeinen Hysterie, wenn es um solche Dinge geht, war klar, dass alle, wirklich alle involvierten Spitzenpolitiker sich nur in eine Richtung entscheiden konnten. Damit man weiter Politik machen kann, und nicht ggfs. gleich wieder wählen lassen muss. Sowas kostet ja auch…

Der Witz an der Sache? Wenn sich die ermittelnde Staatsanwaltschaft mal zurückgenommen und streng nach Recht und Gesetz gehandelt hätte, dann hätte diese ganze Affäre nicht stattgefunden. Darüber sollten die Granden von CDU/CSU/SPD mal nachdenken, wenn sie das nächste Mal über Sicherheitsgesetze nachdenken…

Homophobie

In meinen Google+-Kreisen und in meinem RSS-Feed tauchen seit einiger Zeit Bekenntnis-Posts auf: Dort wird ehrlich geschildert, wie homophob man früher gewesen sei, wie das kam, und warum man das jetzt nicht mehr sei.

Im Endeffekt ist das wahrscheinlich eine lobenswerte Reaktion auf die seltsamen Zeitungskommentare und Talkshowrunden in letzter Zeit, und eigentlich springe ich ja gerne auf jede Sau auf, die da gerade durchs Dorf getrieben wird.

Aber hier geht das irgendwie nicht ganz. Denn wenn ich so in mein Leben zurückdenke, dann war ich nie homophob. Oh, ich habe sicherlich als Jugendlicher das Wort „schwul“ als Adjektiv für „das ist aber doof“ verwendet. Das tut mir im Nachhinein auch sehr leid, und ich ärgere mich immer, wenn andere das in meiner Gegenwart noch tun. (Überhaupt scheint es mir, dass man als Heranwachsender sich erstaunlich wenig Gedanken über das eigene Vokabular macht.)

Aber ich hatte nie eine wirkliche Verbindung zwischen dem spontanem Ausruf und tatsächlichen männerliebenden Männern gezogen. Mir ging es da weitgehend wie Torsten Kleinz: Homosexuelle Menschen waren einfach kein Teil meiner Lebenswelt. Es mag sein, dass einzelne Mitschüler heimlich oder zu dem Zeitpunkt unbewusst homosexuell waren, aber wenn, dann haben sie sich erst geoutet, nachdem ich komplett den Kontakt zu ihnen verloren habe.

Insofern wusste ich zwar um die theoretische Existenz von schwulen, lesbischen und anderen nicht heteronormativen Beziehungsformen, aber all das war ungefähr gleichbedeutend mit der Existenz von Cowboys, Astronauten oder Rockstars: Es gab diese Menschen, aber eben nur „irgendwo da draußen“. Die waren nicht bedrohlich oder sonstwas, sondern einfach nur irgendwo in der Welt existent. Und das Radio Gaga Video von Queen fand ich einfach nur cool und lustig.

Und als ich dann doch so langsam meinen ersten Cowboys, Schwulen, Transvestiten und eben auch Rockstars begegnete, dann war mir eigentlich ganz schnell klar, dass das auch nur Menschen sind. Und so habe ich die dann auch behandelt.

Alles andere wäre mir lächerlich erschienen.

Ich und das Gefahrengebiet

Derzeit besteht ja in Hamburg Mitte ein recht weiträumiges Gefahrengebiet. Nun kleide ich mich nicht primär schwarz, gehe selten dort spazieren, und passe wohl auch nur bedingt in das übliche „linke autonome Zecke“ Feindschema.

Aber ich fahre mit einem derzeit zerkratzten Fabia zweimal die Woche durch die Schanze auf dem Weg zu unserem wöchentlichen Tangokurs. Und gestern fiel mir dann ein, was so in meinem Kofferraum liegt: Schwere Metallkugeln in Pflastersteingröße, ebenso schwere Holzklötze, seltsam bedruckte Schirmmützen, eine Sprühdose mit roter Farbe und etwas, das auf den ersten Blick nach einer Metallstange ausschaut.

Die Metallkugeln sind ein Boule-Spiel, die Holzklötze sind für Wikinger-Schach, und der Rest (Schirmmützen, rote Farbe und die „Metallstange“ — Schaumstoff mit Panzertape umwickelt) waren Requisiten für das LIRP auf dem letzten Nordcon.

Sicherlich, diese Gegenstände sind so harmlos wie nur irgendwas, aber ich habe sie dennoch lieber entfernt, denn wir möchten sicherlich nicht unnötig lange durch eine Kontrolle aufgehalten werden. Soviel also zu der Theorie von „unbescholtene Bürger interessiert so ein Gefahrengebiet nicht.“

Dezember

Ich finde ja diese schwarzen Bretter in Supermärkten immer wieder großartig. Mit nur wenigen Blicken erhält man einen Einblick in einen seltsamen Mikrokosmos aus gebrauchten Autoreifen, Fluxkompensatoren, häßlichen Sofas,  alten Spielekonsolen und Haustier– und Babysitting.
Suche: Eine FRAU Und heute fand ich halt dies hier, eine Kontaktanzeige. Man beachte die diversen Hervorhebungen. Am Rande (und hier abgeschnitten) steht übrigens die vollständige Adresse nebst Handynummer.

So etwas lässt sich wohl auf vielerlei Art lesen: Der alte Mann auf der Suche nach Liebe, die verschrobene Männergemeinschaft auf der Suche nach einer Putzfrau, gar nicht so subtile Ironie, was weiß ich..

Aber es ist Weihnachten, draußen wird es dunkel, und man sehnt sich nach mehr, als einfach nur sich selbst, also will ich mal nicht so sein und habe nun Verständnis für diesen einsamen Mann und seinen Sohn. Ganz sicher erbarmt sich jemand ihrer, und eine neue Familie findet zusammen Glück.

Ganz bestimmt. Frohes Fest Euch allen!

YouTube & Google+ Verschmelzung

Überall liest man ja derzeit von der Aufregung der Youtuber über die Art, wie Google+ mit der Brechstange in die YouTube-Kommentarfunktion gehebelt wurde.

Über die andere Seite erfährt man wiederum fast gar nichts, wobei mich die fast mehr aufregt: Ich packe ziemlich regelmäßig Videolinks in meine Google+ Posts. Teilweise weil ich eben auf das Video aufmerksam machen will, teilweise weil das Video als Illustration zu einem anderem Thema dient.

Dabei gehe ich davon aus, dass sowohl der Google+ Beitrag als auch der darin enthaltene Link  zum Video im Kontext meines Google+ Profils wahrgenommen wird. Teilweise schreibt man ja in einem Post etwas, und reicht dann später ein Video dazu nach.

Jetzt packt Google aber anscheinend jeden Google+-Post, der ein Video teilt als YouTube-Kommentar unter eben dieses Video. Und dort fehlt dann zum Beispiel jeglicher Profilkontext. Und natürlich erscheine ich dann plötzlich einer viel größeren und vor allem ganz anderen Zielgruppe! Meinen Google+ Stream lesen nur Leute, die auch irgendwie „an mir“ interessiert sind.

Im Ergebnis bekomme ich jetzt G+-Benachrichtigungen zu +1s, und Kommentaren, die so gar nichts mit meinem sonstigen Auftritt bei G+ zu tun haben, von Leuten, die mich auf Google+ nie gefunden hätten, und auf deren Kommentare ich auch gar keinen Wert lege, ja die sogar eher anstrengend für mich sind.

Im Ergebnis werde ich wohl jetzt Google+ deutlich vorsichtiger und weniger nutzen…

Und wieder mehr bloggen.

Die Filmrückschau

Ich habe ja lange nichts mehr zu gesehenen Filmen geschrieben. Das sollte ich wirklich mal nachholen:

The Raid: Redemption

Unverkennbar die Vorlage zur letzten Judge Dredd Verfilmung: Polizeieinheit stürmt ein Slum-Hochhaus, das von einem Drogenbaron besetzt ist. Und natürlich geht das schief… Der Film zeigt Martial Arts auf hohem Niveau, und inszeniert an vielen Stellen hervorragend die drückende Stimmung der eingeschlossenen und umzingelten Polizisten, die allgegenwärtige Bedrohung. Ein Gefühl, dass Dredd leider nicht erzeugen konnte.

Rise of the Planet of the Apes

Planet der Affen zum xten. Hier wird die Origin-Geschichte erzählt, wie ein erst nur ehrgeiziger und später idealistischer Wissenschaftler die Affen intelligent macht. Die Affen sind fast komplett aus dem Computer, zum Glück fällt das aber nur manchmal auf. Ebenfalls glücklich ist die Tatsache, dass der Film kaum mit erhobenem Zeigefinger daherkommt und dennoch moralische Fragen aufwirft. Nebenbei interessant: Parallel zum Aufstieg der Affen wird auch ein Szenario für den Untergang der Menschen aufgezeigt, ohne diesen aber tatsächlich zu zeigen.

Elysium

Neill Bloomkamp darf moralisierendes Action Kino machen. Die Bildsprache stimmt, die meisten Schauspieler, allen voran Jodie Foster, überzeugen innerhalb der ihnen zugestandenen Rollen, aber dennoch…

…floppt der Film ab das ersten Hälfte total. Die MacGuffins sind unglaubwürdig, die getroffenen Entscheidungen fragwürdig, die Plotlöcher unübersehbar. Dazu kommt dann der traurige Hang Kampfszenen als bloße (Faust-)Prügeleien abzuhandeln. Das wirkt dann im besten Fall einfach nur unelegant, im schlimmsten Fall direkt peinlich.

Gnomeo & Juliet

Wer bei diesem Titel Shakespeare mit Gartenzwergen vermutet, hat genau recht. Leider auch mit etwas zu viel Elton John. Davon abgesehen aber eine ziemlich gut funktionierende Liebeskomödie. Und großartige Synchronsprecher. Schaut Euch alleine mal die Terrafirminator-Werbeeinblendung an!

Monsters University

Revenge of the Nerds. Mit Monstern. Kann man gucken, muss man aber auch nicht.

The Magic Christian

uh.. ja. Dies ist ein Film, der Peter Sellers, Ringo Starr, Christopher Lee, John Cleese, Raquel Welch, Richard Attenborough, Roman Polanski und sonstige auf der Leinwand zusammenbringt. Die Handlung ist eine Aneinanderreihung von skurrillen Szenen in denen Sir Guy Grand (Sellers) mit seinem Adoptivsohn Youngman (Starr) zu beweisen versucht, dass jeder käuflich ist. Ach was „versucht“: Sie beweisen es. Nicht ganz so trippy wie „The Holy Mountain“, aber definitiv ein Kind der gleichen Zeit.

CyanogenMod auf dem Galaxy Nexus

Bislang habe ich mich ja immer vom Rooten und Hacken meines Telefons ferngehalten. „Da ist ja noch Garantie drauf.“, „ich bekomme doch noch Updates von Google.“, „ach, das ist mir alles zu blöd/kompliziert.“

Vor zwei Wochen sollte das alte HTC Desire reaktiviert werden, und das nahm ich dann als Anlass, dort einmal CyanogenMod zu installieren. Das ging dank der ziemlich ausführlichen Anleitung im CM-Wiki erstaunlich problemlos, und das Gerät fühlte sich sofort mindestens ein paar Monate jünger an.

Anfang der Woche erschien dann der CyanogenMod Installer, der diesen Prozess noch mehr vereinfacht, und so hatte ich keine Ausrede mehr, das nicht auch auf meinem Hauptgerät, dem Galaxy Nexus zu machen. Grundsätzlich sehe ich bisher nicht viele Unterschiede zum Stock Jelly Bean Android, aber schon viele kleine Detailverbesserungen.

Die vorherige Komplettsicherung (die nicht Teil des Cyanogen-Servicepakets ist) habe ich bewusst ausgelassen: Zum einen wäre das recht viel Arbeit, zum anderen wollte ich eh einmal „entschlacken“. So sind also derzeit auf dem Gerät kaum extra-Apps (Erwähnenswert sind Tasker, Themer und.. err. AccuWeather?) Hadern tu ich noch mit K9-Mail um die beiden getrennten Apps Gmail und E-Mail zusammenzufassen, aber da hapert es noch mit dem Firmen-Emailserver. Der bietet nämlich unbegreiflicherweise kein sicheres Client-SMTP an, da eigentlich eh jeder nur über das Exchange eigene https geht… (Wer ist da eigentlich der verantwortliche Admin? Verdammt.)

Kurzum: Wer eh keine Updates vom Hersteller mehr zu erwarten hat, und dessen Telefon in der Liste kompatibler Geräte ist, der kann wahrlich schlechteres tun, als mal CyanogenMod auszuprobieren.

#oplittlebrother — das Jugendbuch zur Überwachung in die Beststellerlisten heben

Jens Scholz hat eine brilliante Idee: Lasst uns alle Little Brother für unsere Nichten/Neffen/Töchter/Söhne/Eltern/Großeltern/Einhörner kaufen, und das Buch so als politische Aktion in die Beststellerliste heben.

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Tags: Politics books
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Schweinderl